Programmierwettbewerbe

Wer gerne einfach so für sich programmiert, obwohl – oder gerade weil – er es nicht tun muss, hat oft wenig Austausch mit anderen. Eine Möglichkeit sich mit Anderen zu vergleichen und eventuell auch Gleichgesinnte zu treffen sind unterschiedliche Wettbewerbe.

Exemplarisch habe ich hier drei recht unterschiedliche Informatik- beziehungsweise Programmierwettbewerbe zusammengestellt:

Bundeswettbewerb Informatik

Dieser Wettbewerb startet jedes Jahr im September (ich habe hier schon darüber berichtet) und läuft über mehrere Runden. In jeder Runde muss eine Reihe von Aufgaben bearbeitet werden, wobei nicht nur auf die Funktionalität des Codes sondern vor allem auch auf die Dokumentation der Lösung Wert gelegt wird. Die Programmiersprache kann fast beliebig gewählt werden.

Dieser Wettbewerb richtet sich nur an Interessierte, die noch keine entsprechende Ausbildung begonnen haben (schwerpunktmäßig an Schüler). In den späteren Runden ist keine Gruppenarbeit mehr erlaubt und die Aufgaben müssen komplett eigenständig bearbeitet werden. Zu gewinnen gibt es am Ende unter anderem Geldpreise und Stipendien.

Edit: Meine Kommentare zum aktuellen Wettbewerb gibt es hier.

Robocode

Robocode ist ein Spiel bei dem in Java virtuelle Roboter dafür programmiert werden, auf Wettbewerben gegeneinander kämpfen zu können. Zum englischen Spiel steht auch ein (inoffizielle?) deutsche Seite bereit. Das Ganze ist recht einsteigerfreundlich gestaltet, sodass auch Programmierer mit wenig Erfahrung schnell funktionierende Roboter entwickeln können. Um sich mit den anspruchsvolleren Demobots messen zu können braucht es dann allerdings schon etwas länger.

Hier kann grundsätzlich jeder mitmachen und Gruppen können ohne viel Aufwand auch selbst Wettbewerbe gegeneinander veranstalten.

Al Zimmermann’s Programming Contests

Edit: Die Website des „Al Zimmermann’s Programming Contests“ scheint nicht mehr in Betrieb zu sein. Als Alternative mit ähnlichen Wettbewerben empfehle ich die Seite „Infinite Search Space“.

Bei diesem Wettbewerb wird – ein bis zwei Mal jährlich – genaugenommen eine mathematische Aufgabe gestellt, die jeder lösen darf wie er möchte. Praktisch erfordert die perfekte Lösung dieser Aufgabe allerdings deutlich mehr Rechenleistung als irgendeinem Wettbewerbsteilnehmer zur Verfügung stehen dürfte. Je besser die Lösung ist, desto mehr Punkte gibt es für eine Teilaufgabe. Es kommt also darauf an, ein möglichst effizientes Programm zu schreiben (dabei schadet ein bisschen Mathematik sicherlich nicht) und dieses dann längere Zeit rechnen zu lassen.

Hier ist die Zusammenarbeit (der Austausch von Code und Lösungen) mit anderen angemeldeten Teilnehmern verboten, die Zusammenarbeit mit Freunden, die nicht selbst teilnehmen, ist dagegen ausdrücklich erlaubt. Zu gewinnen gibt es hier für die besten beiden Teilnehmer mathematische Skulpturen.

Ein Blog in der -roll

Ich habe neulich meine Blogroll aufgeräumt. Nachdem “Heureka!” wegen Inaktivität aussortiert wurde, findet sich dort im Moment nur noch ein echtes Blog: Astrodicticum simplex (Ich werde bei Gelegenheit mal wieder ein paar dazu setzen). Da längere Kommentare in der Blogroll dazu führen würden, dass sie diese Bezeichnung nicht mehr verdient und auch praktische Erwägungen gegen Romane in der Sidebar sprechen könnten, hier eine kleine, nicht repräsentative Rezension des verbliebenen Blogs:

Eigentlich ist es wohl ein Astronomie-Blog – und würde mich als solches wahrscheinlich wenig interessieren: Ich will an dem Zeugs über das ich etwas wissen will lieber rumfrickeln können anstatt mir zu unmenschlichen Tageszeiten Nackenkrämpfe zu holen (ok, sicher mehr Klischee als Realität bei Astronomen und auch die wenigsten Physiker stehen heute noch den ganzen Tag neben ihren Experimenten, aber was soll ‘s). Tatsächlich ist die Astronomie im Blog aber fast nebensächlich, es geht um Höheres:

Oft schreibt der Autor über sehr allgemein naturwissenschaftliche Themen. Zur Zeit rezensiert (oder -seziert?) er kapitelweise das Buch “Der Drache in meiner Garage”, dass sich unter anderem mit der Rechtfertigung der (Natur-)Wissenschaften und Angriffen auf dieselben beschäftigt (in der Zusammenfassung sind die Rezensionen aller Kapitel verlinkt). Und in diesem Bereich bewegen sich auch viele seiner anderen Posts. Das heißt er schreibt beharrlich gegen Relativitätstheorie-Leugner, Astrologen und alle möglichen und unmöglichen (sonstigen) Parawissenschaftler an.

Und wenn er sie nicht gerade  verteidigt, bemüht er sich auch mal selbst um die Vermittlung von Wissenschaften. Einer der Höhepunkte war für mich eine Beitragsserie zu Chaos/Chaostheorie (im letzten Beitrag sind alle vorherigen verlinkt).

Aufgaben der Mathe Olympiade

Während manche sich noch an den Aufgaben der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik das Hirn zermartern können, gibt es für alle anderen mathematisch Begabten, die nicht teilnehmen dürfen oder die Aufgaben schon lange gelöst haben eine zusätzliche Herausforderung:

Wer genügend mathematische Genialität (oder ersatzweise entsprechende Hybris) hat, kann sich jetzt an den Aufgaben der Internationalen Mathematik-Olympiaden (IMO) versuchen; wer lieber liest wie sich andere ihre Köpfe zerbrochen haben, dem ist hiermit sicherlich gedient. Entgegen den Gewohnheiten des Bundeswettbewerbs werden hier wohl auch nach der Korrektur keine offiziellen Lösungen zur Verfügung gestellt. Notfalls kann man sich also zumindestens bei den beiden Aufgaben die nicht auf “Man zeige dass …” enden guten Gewissens einreden, seine etwas verquere Lösung sei schon irgendwie auf geniale Art richtig.

PS: Wieso gibt es eigentlich so wenige, “Man zeige ob …”-Aufgaben? Der Weg zur Lösung ist ja schön, aber man muss man das Ziel immer schon vorher verraten?

Feynman Lectures als Video

Richard Feynman (Physik-Nobelpreisträger 1965) war unter anderem bekannt für seine sehr anschaulichen und lebendigen Vorlesungen. Auch als Bücher haben viele seiner Vorlesungen einen hohen Bekanntheitsgrad.

Bill Gates hat sich die Rechte an den Videoaufzeichnungen (zumindest einiger) dieser “Feynman Lectures” gesichert. Frei zugänglich sind nun sieben jeweils knapp einstündige Physik-Vorlesungen. Wie zu befürchten, geschieht diese Veröffentlichung nicht ganz ohne wirtschaftliche Hintergedanken: Die Vorlesungen sind Teil eines Projekts mit dem Namen “Tuva”, das Silverlight und damit IE oder Firefox mit entsprechendem Plug-In voraussetzt und sich wohl mit der interaktiven Aufbereitung von Videos befasst. Dementsprechend ausführlich sind die Feynman-Lectures dann aber auch aufgearbeitet: Es sind Kommentare von Professoren vorgesehen und diverse zusätzliche Inhalte verknüpft sowie eine Vielzahl an Sprungmarken vorgesehen.