Google Wave – kollaborative Selbstgespräche und babyblaue Revolution

Eindrücke einer Revolution

Google Wave – die Revolution der digitalen Kommunikation, die Email des Web 2.0s, die Eier legende Wollmilchsau des Internets – wird seit einigen Monaten viel diskutiert. Die Zugänge zu diesem Ort von historischer Bedeutung werden von Google unter einer Schaar von flehenden und willigen Möchtegern-Revolutionsgardisten (Beitrittsgesuche können [Edit: nicht mehr] hier eingereicht werden) verteilt. Nun hat es auch mich erwischt – ich habe keine Schweinegrippe sondern ich bin mit dem Glück der Dummen gesegnet vom Google Zufallsgenerator auserkoren zu sein.

Mein erster Eindruck ist: Dieser Wendepunkt wird als babyblaue Revolution in die Annalen der Kommunikationsgeschichte eingehen. Nach Adaption an die neuen farblichen Verhältnisse werde ich von „Doctor Wave“ in einem unterhaltsamen Video begrüßt – so unterhaltsam wird die Einführung in ein fertiges Produkte wohl kaum einmal werden. Nach diversen weiteren Videos, die all das, was ich sowieso schon im Nachbartab per try-and-error herausgefunden habe noch einmal per Screen-Capture vorführen – eigentlich ist Google wave intuitiv bedienbar – geht es los: Jetzt wird kommuniziert. Die Frage ist nur mit wem? Acht Kommunikationspartner kann ich mir einladen. Fragt sich nur, wer fähig und willens ist, die nötige revolutionäre Energie aufzubringen und die testende Verantwortung mit auf sich zu laden …

Da die Bearbeitung der Einladungen dauert, kann ich mich zunächst nur mit mir selbst unterhalten – und wie! In keinem anderen Medium haben mir je Selbstgespräche dermaßen viel Spaß gemacht. Ich kann neue Textabschnitte unten anhängen – langweilig. Ich kann aber auch jeden beliebigen Abschnitt meines bisherigen textuellen Ergusses kommentieren (also auch jede Stelle in einem Kommentar), kann unterhalb jedes Kommentars weitere unabhängige anfügen und so weiter. Auch was die Formatierung angeht kann ich, von der protzigen Hauptüberschrift bis hin zur kleinen, unsicher kursiven, aber frechgelb hinterlegten Selbstkritik, ein genaues Abbild meines Innersten erzeugen (Vorsicht an alle Datenschützer: neue Dimensionen der Möglichkeiten des Datenmissbrauchs tun sich hier auf!). Nun denn, die Kommunikationstheorie wird sich wohl in Zukunft noch mehr als bisher auch mit Chaostheorie beschäftigen müssen, wenn meine ersten Ergebnisse repräsentativ für das Verhalten anderer Nutzer von Google Wave sind.

Jetzt haben sich die ersten Freunde angemeldet. Die Jagd danach, schnellstmöglich dorthin zu scrollen, wo gerade etwas passiert, um ihnen beim Tippen zusehen zu können, beginnt und wird mit jedem zu einer Wave hinzugefügten Nutzer schwieriger. Die Möglichkeiten, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, sind aber begrenzt. Denn es stellt sich heraus, dass der Button zum Entfernen von Nutzern nicht deshalb nicht aktiv ist, weil ich in irgendeiner Hinsicht nicht im richtigen Bedienmodus bin. Es liegt schlicht daran, dass diese Funktion noch nicht zur Verfügung steht – eine unsanfte Landung in der Realität. Einige Funktionen vermisse ich bisher sehr und manche Dinge scheinen im Moment noch etwas provisorisch gelöst. Aber alleine die Tatsache, dass die vorgesehene Einstellungsseite selbst als Wave implementiert ist, demonstriert wie flexibel und mächtig dieses Werkzeug werden wird: Vielleicht wird es irgendwann tatsächlich Einstellungsmöglichkeiten in Google Wave geben.

Nun denn, wir werden wohl noch warten müssen, bis sich dieses Werkzeug durchsetzen kann. Aber die Möglichkeit, dass Google Wave zumindest eine wertvolle Ergänzung zu bestehender Technik ist, und in vielen Fällen Kommunikation und auch gemeinsames Arbeiten an Gebrauchstexten erleichtern wird, sehe ich gegeben.

Humor zum LHC

Als der geplante Anlauf des LHCs (Large-Hardron Collider) am CERN vor etwa einem Jahr (der ja bekanntlich ziemlich schnell und ungeplant wieder zu Ende ging) bevorstand, gab es ein paar interessante Gags dazu im Netz. Dabei ging es im Wesentlichen um den mancherorts befürchteten Weltuntergang durch die Entstehung eines schwarzen Loches. Nachdem das LHC im Moment mal wieder in Betrieb genommen wird (hoffentlich mit mehr Erfolg), habe ich hier noch einmal ein paar nette Fundstücke im Netz aus dieser guten alten Zeit zusammen getragen:

Update März ’10: Auch Astrodicticum Simplex hat Humor zum LHC gesammelt.

Sicherheitshinweise für den Umgang mit schwarzen Löchern

Die Angst davor, in einem schwarzen Loch zu enden, beschäftigt zur Zeit wegen der Inbetriebnahme des LHCs wieder viele. Praktische Hinweise für den Umgang mit gefährlichen schwarzen Löchern sind jedoch immer noch Mangelware.
Ich habe für den Fall der Fälle daher Verhaltensrichtlinien für Begegnungen mit einem schwarzen Loch entwickelt. Sie richten sich nach neuesten Erkenntnissen des Kap’s Logs und werden regelmäßig mindestens bei jedem Weltuntergang aktualisiert. Trotzdem kann ich natürlich keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernehmen.
  1. Keine Ruhe bewahren! Schwarze Löcher sind extrem spontan: Sie können in kürzester Zeit alles in ihrer Umgebung verschlingen oder in Sekundenbruchteilen selbst verschwinden. Handeln Sie daher so schnell wie irgendwie möglich, sonst ist es zu spät. Spielen Sie regelmäßig das Verhalten beim Auftauchen von schwarzen Löchern durch, damit Sie im Ernstfall schnellstmöglich reagieren können.
  2. Verifizieren Sie, dass es sich tatsächlich um ein schwarzes Loch handelt: Auch wenn man das schwarze Loch selbst nicht sieht, sind um das eigentliche schwarze Loch herum deutliche und charakteristische optische Verzerrungen zu sehen. Falls nicht, handelt es sich wahrscheinlich um einen Fehler in Ihren Augen, auf Ihrem Bildschirm oder einfach nur um eine plumpe Fälschung. Falls sich herausstellt, dass Sie es nicht mit einem echten schwarzen Loch zu tun haben, sondern sich jemand einen Scherz mit Ihnen erlaubt hat, erübrigen sich normalerweise alle weiteren Schritte.
  3. Abstand halten, nicht streicheln oder füttern: Alles was in die Nähe des schwarzen Loches kommt wird von ihm angezogen und einverleibt. Damit wird das schwarze Loch noch größer und mächtiger. Daher ist es wichtig, sich selbst und alle größeren beweglichen Gegenstände vom schwarzen Loch fernzuhalten. Falls Sie es nicht mehr schaffen, rechtzeitig zu fliehen, sollten sie sich möglichst klein machen, dann dauert es etwas länger, bis Sie zerrissen werden (vgl. Spaghettisierung) und sie können dieses einmalige und aufregende Erlebnis länger (auf die Zeitachse bezogen) genießen.
  4. Polizei, CERN und mich alarmieren. Die Polizei sollte so schnell wie möglich das Gebiet weiträumig absichern, auf eine Festnahme des schwarzen Loches sollte aus Sicherheitsgründen verzichtet werden. Das CERN hat ein ungeheures wissenschaftliches Interesse an schwarzen Löchern. Außerdem bitte  darum, mich bei Sichtung eines schwarzen Loches unverzüglich zu informieren, damit ich und alle Leser dieses Blogs von Ihren Erfahrungen profitieren können und wir alle in Zukunft noch sicherer Leben können (wenn überhaupt).
  5. Beweise sichern. Wo kam das schwarze Loch her (eventuelle Löcher in der Wand)? Wie hat es sich bewegt? Was hat es beschädigt (für die Versicherung)? Man sollte jedes Detail genauestens protokollieren und wenn möglich auch mit Foto oder Videokamera festhalten. Auch scheinbar Unwichtiges kann später in der Untersuchung sehr bedeutsam sein.
  6. Vermarktungsrechte sichern. Stellen Sie sicher, dass sich niemand an ihren Aufnahmen und Protokollen vergreift und sorgen Sie dafür, dass jeder Fotograf eine Erklärung unterschreibt, in der er alle Verwertungsrechte an den Bildern an Sie abtritt (gegebenenfalls vorher von einem Anwalt ein entsprechendes Formular ausarbeiten lassen und dabei mindestens 10% Provision für mich vorsehen). Dabei sollte unbedingt bedacht werden, dass gerade urheberrechtliche Fragen in Urlaubsländern zum Teil anders gehandhabt werden. Dies ist gerade auch deshalb von Bedeutung, da die Sichtungswahrscheinlichkeit von schwarzen Löchern in unbekanntem oder ethanolhaltigem Terrain drastisch ansteigt.
Ich bitte um Beachtung im Interesse der Allgemeinheit! 😉
kapslog.de

Willensfreiheit zur Unterhaltung

So, heute habe ich leider keine echte Information. Das hält mich aber nicht davon ab, etwas zu bloggen das peripher mit Wissenschaft zu tun hat (wie alles andere auch). Es geht um eine Video, das in erster Linie witzig ist, in das aber nebenbei eine ganze Reihe origineller Gedanken zu Themen wie Freiheit, Freundinnen und selbstbestimmtem Leben eingestreut sind.

(weitere Videos aus dieser Serie finden sich im Blog Schnipselfriedhof)

Gefahr durch Dihydrogenmonoxid

Dihydrogenmonoxid (kurz DHMO) ist ein häufiger und hochgefährlicher Stoff. Bereits seit längerem leistet die Dihydrogen Monoxid Research Division wissenschaftliche Aufklärungsarbeit. Unter anderem ist gasförmiges DHMO für einen großen Teil der Treibhausgase verantwortlich und verursacht jährlich tausende Tote. Verwendet wird es nicht nur in Kernkraftwerken sondern zum Beispiel auch in der Landwirtschaft (auch in biologischer ist es zugelassen).

Nun haben sich auch Vertreter der etablierten Wissenschaftspresse der Sache angenommen und ein kleines Infovideo gedreht (während zum Beispiel Wolfram Alpha entsprechende Informationen immer noch unterschlägt) 😉 :

Hat irgendwer eigene Erfahrungen mit DHMO gemacht, die er für erwähnenswert hält? Am besten gleich unten in den Kommentaren vermerken!