Bundeswettbewerb Mathematik 2010: Die Aufgaben

Mittlerweile habe ich auch den entsprechenden Beitrag zu den Aufgaben des Bundeswettbewerbs Mathematik 2011 veröffentlicht, zu den hier besprochenen Aufgaben gibt es mittlerweile schon die Lösungen.

Pünktlich „Anfang Dezember“ (genau genommen sogar überpünktlich Ende November) wurden die Aufgaben zur 1. Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik 2010 veröffentlicht. An den Teilnahmebedingungen scheint sich nicht viel verändert zu haben – auch wenn die Beispiellösung von einer Achtklässlerin stammt wendet sich der Wettbewerb nach wie vor schwerpunktmäßig an OberstufenschülerInnen (einzeln oder in kleinen Gruppen).

Wem das Aufgabenblatt nicht schon von seinem Mathelehrer aufgedrängt wurde, der kann sich die Aufgaben auch von der Website des Bundeswettbewerbs Mathematik (BWM) direkt herunterladen. Wer es in die jeweils nächste Runde geschafft hat, wird dann vermutlich wieder direkt per Post mit den entsprechenden Aufgaben versorgt werden – nebst knappen Kommentaren zur eigenen und ausführlichen Hinweisen zu mindestens einer richtigen Lösung.

Zumindest auf den ersten Blick sehen auch die Aufgaben ähnlich aus wie immer. Ich habe zuerst sogar gedacht, ich hätte das Aufgabenblatt aus dem letzten Jahr erwischt. Hier nun meine ersten Eindrücke zu den Aufgaben – mehrere Aufgabenstellungen erinnern mich mehr oder weniger an andere aus den letzten Jahren (im Archiv der Aufgaben sind jeweils die erste und zweite Runde einsehbar).

Aufgabe 1

Die Aufgabe 1 ist, zumindest was die Aufgabenstellung angeht, einfach und von vielen Schülern wie die Aufgabe 1 aus dem letzten Jahr sicherlich in einer durchschnittlich interessanten Unterrichtsstunde ohne schulische Einbußen auf dem Heftrand lösbar. Man sollte sie eben nur nicht mit der ersten Aufgabe aus dem letzten Jahr verwechseln …

PS: Wer gut mit dem GTR umgehen kann, sollte in der Schulstunde zusätzlich noch ein Programm für Primfaktorzerlegungen auf demselben schreiben können.

Aufgabe 2

Hier spielen, wie in der zweiten Runde des letzten Durchgangs, Anja und Bernd miteinander – die beiden scheinen irgendwie unterbeschäftigt zu sein (Wirtschaftskrise/Kurzarbeit?). Wie dem auch sei, es ist natürlich wieder zu ermitteln wer gewinnt, wenn beide das Spiel wirklich beherrschen (dann brauchen sie es eigentlich auch gar nicht mehr zu spielen – Sie verstehen schon). Interessant ist dieses Mal, dass der Gewinner unabhängig davon ist, wer den letzten Zug ausführen kann (oder muss). Das heißt wenn die beiden in umgekehrter Reihenfolge starten, muss nicht zwangsläufig der/die Andere gewinnen können (wie sich das in diesem Fall verhält, kann man sich dann überlegen, wenn der Rest erledigt ist).

Besonders praktisch ist dieses Spiel allerdings nicht, oder hat jemand Lust Unmengen an extrem unterschiedlich langen Stäben mit sich herum zu schleppen, nur um ein Spiel zu spielen, das im Wesentlichen daraus besteht, ein paar Tage mit dem Messen von Stäbchen zu verbringen?

Aufgabe 3

Die obligatorische Geometrie-Aufgabe: Wie es sich für eine solche gehört besteht sie im Wesentlichen aus Dreiecken und vorgegeben Punkten darin. Wem statische Skizzen zu unflexibel sind, dem kann ich zur Lösungsfindung ein Programm wie GEONExT oder Z.u.L. empfehlen (diese Zeichnung kann dann auch gut für die Darstellung der Lösung verwendet werden).

Aufgabe 4

Die einzige Aufgabe bei der sich mir selbst die Größenordnung der Lösung (keine oder vielleicht unendlich viele Zahlen?) beim ersten Durchlesen der Aufgabe nicht erschließt. Ich vermute, dass diese Aufgabe auch dieses Mal die schwierigste ist. Hoffentlich eine interessante Mischung aus Kombinatorik und ein bisschen Zahlenzerlegen.

Kleiner Trost: drei richtige Lösungen reichen für alles Wesentliche …

PS: In gewissen Grenzen macht der BWM selbst dann süchtig, wenn man nicht besonders erfolgreich abschneidet, aber das merkt man normalerweise erst, wenn man nicht mehr mitmachen darf und stattdessen unnötig lange Beiträge für sein Blog schreibt.

PPS: Auch für diejenigen, die nicht alle Aufgaben selbst heraus bekommen, werden vermutlich, wenn die Runde zu Ende ist, wieder offizielle Lösungen zum Bundeswettbewerb Mathematik 2010 veröffentlicht.

Bundeswettbewerb Mathematik 2010: Bald ist wieder Bescherung

Achtung: Mittlerweile sind die Aufgaben da!

Wenn man dieser Tage durch die Läden geht und die vielen Nikoläuse sieht, denkt man natürlich unwillkürlich an den kommenden „Anfang Dezember“, und alle Mathematikfans damit auch – nein, nicht nur an den Mathematik-Adventskalender sondern auch und vor allem an den nächsten Durchgang des Bundeswettbewerbs Mathematik (BWM). Die Aufgaben der ersten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik 2010 werden bald veröffentlicht, das heißt die Unterlagen des Bundeswettbewerbs Informatik (jedenfalls die aus der ersten Runde diesen Jahres) können jetzt guten Gewissens für immer verbannt werden (Abgabeschluss dazu war neulich).

Wer das Gefühl hat, seit dem letzten Mal eingerostet zu sein oder überhaupt noch nie richtig rund gelaufen zu sein, dem kann ich nur die rostlösenden Aufgaben aus dem letzten Jahr oder auch die Aufgaben der Mathe-Olympiade empfehlen. Da ich davon ausgehe, dass Sie sich nicht gerade eines Mangels an Intelligenz bezichtigen, kann es doch nur an mangelnder Übung liegen, falls Sie noch nie erfolgreich mitgemacht haben – obwohl, gegen eine abgeschlossene Schullaufbahn ist kein Kraut gewachsen (gute Ausrede dafür, dass wir uns nicht auf der Preisverleihung sehen werden, btw.) …

Humor zum LHC

Als der geplante Anlauf des LHCs (Large-Hardron Collider) am CERN vor etwa einem Jahr (der ja bekanntlich ziemlich schnell und ungeplant wieder zu Ende ging) bevorstand, gab es ein paar interessante Gags dazu im Netz. Dabei ging es im Wesentlichen um den mancherorts befürchteten Weltuntergang durch die Entstehung eines schwarzen Loches. Nachdem das LHC im Moment mal wieder in Betrieb genommen wird (hoffentlich mit mehr Erfolg), habe ich hier noch einmal ein paar nette Fundstücke im Netz aus dieser guten alten Zeit zusammen getragen:

Update März ’10: Auch Astrodicticum Simplex hat Humor zum LHC gesammelt.

Ein Blog in der -roll

Ich habe neulich meine Blogroll aufgeräumt. Nachdem “Heureka!” wegen Inaktivität aussortiert wurde, findet sich dort im Moment nur noch ein echtes Blog: Astrodicticum simplex (Ich werde bei Gelegenheit mal wieder ein paar dazu setzen). Da längere Kommentare in der Blogroll dazu führen würden, dass sie diese Bezeichnung nicht mehr verdient und auch praktische Erwägungen gegen Romane in der Sidebar sprechen könnten, hier eine kleine, nicht repräsentative Rezension des verbliebenen Blogs:

Eigentlich ist es wohl ein Astronomie-Blog – und würde mich als solches wahrscheinlich wenig interessieren: Ich will an dem Zeugs über das ich etwas wissen will lieber rumfrickeln können anstatt mir zu unmenschlichen Tageszeiten Nackenkrämpfe zu holen (ok, sicher mehr Klischee als Realität bei Astronomen und auch die wenigsten Physiker stehen heute noch den ganzen Tag neben ihren Experimenten, aber was soll ‘s). Tatsächlich ist die Astronomie im Blog aber fast nebensächlich, es geht um Höheres:

Oft schreibt der Autor über sehr allgemein naturwissenschaftliche Themen. Zur Zeit rezensiert (oder -seziert?) er kapitelweise das Buch “Der Drache in meiner Garage”, dass sich unter anderem mit der Rechtfertigung der (Natur-)Wissenschaften und Angriffen auf dieselben beschäftigt (in der Zusammenfassung sind die Rezensionen aller Kapitel verlinkt). Und in diesem Bereich bewegen sich auch viele seiner anderen Posts. Das heißt er schreibt beharrlich gegen Relativitätstheorie-Leugner, Astrologen und alle möglichen und unmöglichen (sonstigen) Parawissenschaftler an.

Und wenn er sie nicht gerade  verteidigt, bemüht er sich auch mal selbst um die Vermittlung von Wissenschaften. Einer der Höhepunkte war für mich eine Beitragsserie zu Chaos/Chaostheorie (im letzten Beitrag sind alle vorherigen verlinkt).

Bundeswettbewerb Informatik – jetzt lässt man rechnen!

Mittlerweile wurde schon der nächste Bundeswettbewerb gestartet. Hier meine Hinweise zum 29. Bundeswettbewerb Informatik.

Heute ist Abgabeschluss der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik 2009 – noch sind Aufgaben wie Lösungen vertraulich zu behandeln, erfahrungsgemäß wird es dann aber beides demnächst auf der Webseite des Wettbewerbs geben.

Heute geht aber auch schon der nächste Bundeswettbewerb los, bei dem man das Rechnen dem Computer überlassen soll – wenn man denn weiß wie: Der 28. Bundeswettbewerb Informatik (BWINF) startet jetzt pünktlich, damit sich niemand langweilen muss. Alles Wesentliche zum Wettbewerb findet sich in den Aufgaben und auch dieser Wettbewerb wird, ähnlich wie der Mathewettbewerb, in zwei Runden von zu Hause aus und anschließend für die letzten noch Verbliebenen durch direkten Menschenkontakt im Real-Life (hier: Uni Freiburg) ausgetragen. Zu gewinnen gibt es am Ende diverse Preise, auch die Aufnahme in die “Studienstiftung des deutschen Volkes”, die den Bundessiegern winkt, erinnert irgendwie entfernt an einen anderen Wettbewerb… Hat irgendwer eine Idee an was?

Die Aufgaben reichen jedenfalls von eher verwaltungstechnischen Problemen wie einem Bestellsystem für Pizzas bis zu Problemen die vermutlich viel mehr Denk- als Programmierarbeit bedeuten werden. Was Programmiersprachen angeht ist der Wettbewerb auch relativ liberal. Ich habe den Eindruck, dass kaum eine verbreitete Sprache nicht akzeptiert wird. Nur wer Wert auf den produktiven Gebrauch esoterischer Programmiersprachen legt, könnte Probleme bekommen.

PS: Zwei Wochen nach dem Abgabeschluss des BWINF Mitte November startet der Bundeswettbewerb-Mathematik 2010 dann schon wieder mit einer neuen ersten Runde. Zur 3. Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik werde ich wohl nichts mehr schreiben, ein zweistelliges Leserpotential ist wirtschaftlich nicht sinnvoll (ok, von daher würde es dann doch wieder hierher passen).

Willensfreiheit zur Unterhaltung

So, heute habe ich leider keine echte Information. Das hält mich aber nicht davon ab, etwas zu bloggen das peripher mit Wissenschaft zu tun hat (wie alles andere auch). Es geht um eine Video, das in erster Linie witzig ist, in das aber nebenbei eine ganze Reihe origineller Gedanken zu Themen wie Freiheit, Freundinnen und selbstbestimmtem Leben eingestreut sind.

(weitere Videos aus dieser Serie finden sich im Blog Schnipselfriedhof)

Aufgaben der Mathe Olympiade

Während manche sich noch an den Aufgaben der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik das Hirn zermartern können, gibt es für alle anderen mathematisch Begabten, die nicht teilnehmen dürfen oder die Aufgaben schon lange gelöst haben eine zusätzliche Herausforderung:

Wer genügend mathematische Genialität (oder ersatzweise entsprechende Hybris) hat, kann sich jetzt an den Aufgaben der Internationalen Mathematik-Olympiaden (IMO) versuchen; wer lieber liest wie sich andere ihre Köpfe zerbrochen haben, dem ist hiermit sicherlich gedient. Entgegen den Gewohnheiten des Bundeswettbewerbs werden hier wohl auch nach der Korrektur keine offiziellen Lösungen zur Verfügung gestellt. Notfalls kann man sich also zumindestens bei den beiden Aufgaben die nicht auf “Man zeige dass …” enden guten Gewissens einreden, seine etwas verquere Lösung sei schon irgendwie auf geniale Art richtig.

PS: Wieso gibt es eigentlich so wenige, “Man zeige ob …”-Aufgaben? Der Weg zur Lösung ist ja schön, aber man muss man das Ziel immer schon vorher verraten?

Feynman Lectures als Video

Richard Feynman (Physik-Nobelpreisträger 1965) war unter anderem bekannt für seine sehr anschaulichen und lebendigen Vorlesungen. Auch als Bücher haben viele seiner Vorlesungen einen hohen Bekanntheitsgrad.

Bill Gates hat sich die Rechte an den Videoaufzeichnungen (zumindest einiger) dieser “Feynman Lectures” gesichert. Frei zugänglich sind nun sieben jeweils knapp einstündige Physik-Vorlesungen. Wie zu befürchten, geschieht diese Veröffentlichung nicht ganz ohne wirtschaftliche Hintergedanken: Die Vorlesungen sind Teil eines Projekts mit dem Namen “Tuva”, das Silverlight und damit IE oder Firefox mit entsprechendem Plug-In voraussetzt und sich wohl mit der interaktiven Aufbereitung von Videos befasst. Dementsprechend ausführlich sind die Feynman-Lectures dann aber auch aufgearbeitet: Es sind Kommentare von Professoren vorgesehen und diverse zusätzliche Inhalte verknüpft sowie eine Vielzahl an Sprungmarken vorgesehen.