Zum Valentinstag – Wissenschaft und die Liebe?

Schließen sich romantische Liebe und objektive Wissenschaft aus? Sinnlose Frage eigentlich, die wenigsten machen beides gleichzeitig, fast alle Wissenschaftler aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten beides … Zur Frage, wie gut beides zusammen geht, und ob das Zusammenspiel auch noch Spaß machen kann, habe ich im Internet Einiges gefunden. Hier meine Ergebnisse:

Es gibt sowohl Wissenschaftler, die sich (wissenschaftlich!) mit Liebe auseinandersetzen als auch Humor, der sich im Spannungsfeld von Romantik und Wissenschaft bewegt. Beginnen wir also  – eigentlich nahe liegend – mit ein bisschen Neurowissenschaft und der Antwort auf die Frage, was ein verliebtes Hirn so treibt (auf Englisch, mit TED-Video!).

Auch der Spiegel schreibt gelegentlich über Wissenschaft und Liebe. Oder eben, wie hier, darüber, dass, wenn irgend ein australischer Wissenschaftler eine Formel für das optimale Heiratsalter publiziert (ob er es selbst ernst meint ist wohl nicht überliefert), der Rest der (Medien-?)Welt diese gerne als wissenschaftliches Ergebnis weiterplappert, ohne die Sinnhaftigkeit der Formel zu überprüfen.

Das Mathematik (auch) romantisch sein kann, zeigt dieser schöne Plot einer Funktion in einem Polarkoordinatensystem. Weniger passend zum Valentinstag, aber zeitlos schön (und mathematisch) sind in jedem Fall auch Fraktale. Hier ein paar Links zu besonders schönen Exemplaren. Und romantischer als ein Heiratsantrags-Generator sind sie allemal. Wobei – immerhin lässt sich auch der Textbaustein „Willst du auch Steuern sparen?“ auswählen. Wem das noch nicht pragmatisch genug ist, dem sei ein ganz sachliches Liebeslied von Tim Minchin ans Herz gelegt (Vorsicht, Liebesbriefe besser vor dem Anschauen schreiben!):

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Macher von xkcd in einem Cartoon, der die Einzigartigkeit einer Beziehung etwas relativiert.

Bei alledem sollte man natürlich nicht vergessen, dass es auch Unterschiede zwischen Wissenschaft und Liebe gibt. So arbeitet dieser Cartoon die Widersprüche zwischen Mathematik und Beziehungen auf.

Randall Munroe (der Macher von xkcd – hatten wir gerade schon ‘mal, ich weiß) hat sich auch schon Gedanken über den Valentinstag aus Sicht eines Wissenschaftlers gemacht. Das Ergebnis ist eher bedrückend. Wobei ihn das Thema der wissenschaftlichen Analyse einer Beziehung irgendwie schon längers verfolgt, hier geht vermutlich etwas besser aus (bis jetzt).

Und zum Abschluss gibt es noch eine nicht ganz ernste Auseinandersetzung mit (verflossener) Liebe in einem Video aus der Serie „Kloß und Spinne“ (Teil 17, wer wirklich alle Gags verstehen will, muss sich die vorhergehenden 16 halt auch ansehen) – Vor allem die Dialoge des Autors Volker Strübing sind genial.

Infomaterial zur Europawahl

Heute mal ein bisschen Off-Topic, aber es sollte ja auch Naturwissenschaftlern in einer Demokratie nicht schaden, sich ein bisschen mit Politik zu beschäftigen: Die baden-württembergische Landeszentrale für politische Bildung hat eine Broschüre mit Informationsmaterial zur Europawahl 2009 (in Deutschland am 7. Juni) veröffentlicht. Nachdem über diese Wahl meinem Eindruck nach relativ wenig bekannt ist, dürfte es hoffentlich für viele interessant sein, was die vielen Gesichter auf den Plakaten in Straßburg und Brüssel eigentlich bewirken können und wie man die richtigen dort hin bekommt.

Für alle Semi-Demokratieverdrossenen habe ich hier noch eine stark verkürzte Erklärung der Europawahl als Zusammenfassung (von mir, also ohne Gewähr):

Wer und wie wird gewählt?

Gewählt werden die Mitglieder des Europäischen Parlaments. Aus Deutschland werden 99 der über 700 Abgeordneten kommen. Die Anzahl der Sitze pro Partei richtet sich nach dem bundesweiten Wahlergebnis der Europawahl, wobei es eine 5% Hürde (auf Bundesebene) gibt.

Was können die Gewählten entscheiden?

Das Europäische Parlament ist bei vielen europäischen Gesetzgebungsverfahren beteiligt (zusammen mir dem Rat der Europäischen Union). Mit diesem zusammen kann es die entsprechenden Gesetze beschließen. Genauere Informationen hierzu und weitere Einflussmöglichkeiten des Parlaments finden sich auch in der Wikipedia.

Welche Partei soll ich wählen ;-) ?

Die richtige! In der Broschüre finden sich (am Ende) Informationen zu den einzelnen Parteien. Eine weitere Entscheidungshilfe kann vielleicht auch der Wahl-O-Mat zur Europawahl bieten: Nach der Beantwortung einiger Fragen zu politischen Ansichten wird einem die Übereinstimmung mit den einzelnen Parteien angezeigt.

Wann kann ich das nächste Mal wählen gehen?

Die nächsten Europawahlen finden erst wieder 2014 (also in fünf Jahren) statt. In Deutschland ist die nächste große Wahl dann wohl die Bundestagswahl am 27.9.2009. Bis dahin können Sie auch gerne noch ein paar mal dieses Blog als Informationsquelle wählen.