Bundessieger Jugend forscht 2009 gekürt

Die Bundessieger des diesjährigen “Jugend forscht”-Wettbewerbs stehen fest. Bei dem Wettbewerb forschen Jugendliche selbstständig an einer selbstgewählten Aufgabenstellung in einem der vorgegebenen Themenbereiche (im Wesentlichen aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich). Die verschiedenen Arbeiten durchlaufen mehrere Wettbewerbsrunden vom Regionalwettbewerb bis zum Bundeswettbewerb.

Die Arbeiten

Der Preis des Bundespräsidenten geht dabei an eine Arbeit, bei der am Computer simuliert wurde, wie bestimmte Strukturen im All entstehen können. Damit gehört sie zu den relativ theoretischen Arbeiten des Wettbewerbs. Auf der anderen Seite gab es aber auch sehr praktische Arbeiten wie die Optimierung eines Härteverfahrens für Stahl. Einen Überblick über alle Bundessieger 2009 und deren Arbeiten gibt es auf der Website des Bundeswettbewerbs.

Der Wettbewerb

Der Jugend forscht Wettbewerb ist sicherlich einer der bekanntesten wissenschaftlichen Nachwuchswettbewerbe in Deutschland. Die Teilnahmebedingungen lassen den Wettbewerbsteilnehmern viele Freiheiten was die Ausgestaltung des Themas und dessen Bearbeitung betrifft. Dadurch ergibt sich immer auch eine große Vielfalt an Themen und Techniken mit denen diese bearbeitet werden.

Für alle Interessierten finden sich weitere Informationen unter anderem auch zu den Teilnahmebedingungen (fast identisch noch einmal hier?! ;-) ) an vielen Stellen im Internet. Einige der Wettbewerbsteilnehmer der vergangenen Jahre stellen ihre Arbeiten auch selbst noch einmal im Internet auf einer Website vor. Dazu gehört zum Beispiel dieses Java-Applet zur Quantenphysik aus dem Jugend forscht Wettbewerb 2003 (zum Schließen des Applets einfach die zugehörige Website verlassen).

Lösungen zum Bundeswettbewerb-Mathematik 2009

Mittlerweile gibt es auch die Lösungen zum Bundeswettbewerb Mathematik 2010.

Jetzt sind die offiziellen Lösungen zur 1. Runde des Bundeswettbewerbs-Mathematik 2009 auf der Homepage des BWM verfügbar. Die Lösungen sind noch als “vorläufige Fassung” gekennzeichnet und enthalten zu allen Aufgaben der ersten Runde mehrere Lösungsbeispiele.

Ich habe die Lösungen mal kurz überflogen (die Aufgaben noch einmal kurz zusammengestellt finden sich auch auf der Homepage des Bundeswettbewerbs):

Aufgabe 1

Hier war die Umformung nach der 2. binomischen Formel wohl die einfachste Variante. Diese Aufgabe war wirklich gut zu lösen, zumal auch andere überschaubare Wege (siehe Lösungen) zum Ziel führten.

Aufgabe 2

Ich denke hier war die Lösungsfindung selbst auch kein Problem. Wie man das Ganze schlüssig und übersichtlich begründen hätte können, sieht man in der Lösung. Auch wenn die Lösungen ohne Computer bzw. Taschenrechner/GTR “nachvollziehbar und überprüfbar” sein müssen (laut ursprünglichem Aufgabenblatt), sind in den Lösungen noch 2D- und 3D-Plots der zu untersuchenden Funktion zu finden. Das soll wohl zur Veranschaulichung der ohnehin gut vorstellbaren Funktion dienen.

Aufgabe 3

Auch für Aufgabe 3 gibt es wieder verschiedene Lösungsmöglichkeiten, aus denen sich sicherlich noch verschiedene Varianten bilden ließen. Der Skizze zum zweiten Beweis hätte vielleicht eine Kennzeichnung (farblich oder gestrichelt) der verschiedenen Strecken ganz gut getan. Diese Aufgabe empfinde ich als “typische” Geometrie-Wettbewerbsaufgabe, die durchaus noch gut lösbar war.

Aufgabe 4

Der eigentliche Grund, mich mit diesen Lösungen zu beschäftigen ;-). Jetzt wird es ein wenig komplizierter, wie man auch schon am Umfang der Lösungen erkennen kann: Die Lösungsbeispiele zu den Aufgaben 1 bis 3 hatten zusammen jeweils maximal 3 Seiten Umfang (bei drei oder vier Lösungsbeispielen), hier brauchen zwei Lösungsmöglichkeiten (mit Variante) zusammen fünf Seiten.

Die beiden Beweise sind schon nicht ganz einfach zu lesen und zu verstehen (man muss sich schon merken, welche Symbole wofür verwendet wurden bzw. was für Eigenschaften diese haben), dementsprechend schwieriger dürfte die Lösungsfindung zu dieser Aufgabe gewesen sein.

Fazit

Ich finde, die Aufgaben hatten einen zum Ende hin deutlich zunehmenden Schwierigkeitsgrad, wobei sich die Aufgaben 2 und 3 hierin nicht wesentlich unterscheiden, die Aufgabe 4 aber recht anspruchsvoll war.

Wer findet, dass diese Aufgaben gut lösbar waren (man muss im Prinzip nur drei Aufgaben abgeben um weiter zu kommen), kann sich ja schon mal auf den nächsten Bundeswettbewerb freuen (soweit er dann teilnahmeberechtigt ist). Ich vermute [Edit: ich weiß] der Bundeswettbewerb Mathematik 2010 wird wie gewohnt wieder im Dezember 2009 starten. Und alle, die dieses Jahr dabei sind, können ja noch hoffen in die nächste Runde zu kommen – laut Aufgabenblatt gibt es die Ergebnisse der 1. Runde im Juni.