Erfahrungen: WordPress.com vs. selbstverwaltetes WordPress

Ich hatte vor diesem Blog bereits ein kleineres Blog, das noch mehr experimentellen Charakter hatte, auf WordPress.com. Nachdem ich nun sowohl hier (WordPress auf gemietetem Webspace) als auch auf WordPress.com einige Monate Erfahrung habe, sind hier meine Erfahrungen mit beiden Varianten:

Kosten

Blogs auf WordPress.com sind zunächst kostenlos. Der Dienst finanziert über zubuchbare Zusatzangebote (siehe auch „Einrichten und Layout“) und gelegentlich eingeblendete Werbung für nicht angemeldete Besucher der Blogs.

Ein Blog, das auf gemietetem Webspace läuft, kostet in aller Regel Geld. Bei verschiedenen Anbietern gibt es entsprechende Angebote mit monatlichen Kosten im einstelligen Eurobereich, die PHP mit allen nötigen Modulen, entsprechende Datenbanken u.s.w. bereitstellen. Mit meinem Hoster gab es bisher keinerlei Probleme, das heißt die WordPress-Installation lief einwandfrei ab und die Verfügbarkeit war bisher nie ein Problem.

Einrichten und Layout

Auf WordPress.com stehen alle wesentlichen Standardfunktionen von WordPress zur Verfügung und man kann aus einer großen Auswahl an Themes wählen. Individuelle Themes und Plug-Ins oder das Anpassen von .css-Dateien sind nicht beziehungsweise nur gegen Aufpreis möglich. Man kann auch eine eigene Domain (die wiederum Geld kostet) mit einem WordPress.com-Blog verknüpfen.

Im selbstbetriebenen Blog müssen einige sinnvolle Funktionen selbst zusammengesucht werden (Themes und Plug-Ins). Dafür sind der Individualisierung praktisch nur durch die eigenen Fähigkeiten (vor allem in CSS und PHP) Grenzen gesetzt, wobei es für die wichtigsten Aufgaben eine ganze Reihe guter kostenloser und regelmäßig aktualisierter Plug-Ins im Netz gibt.

Zugriffsquellen und SEO

Ohne Benutzer macht eine Website wenig Sinn … WordPress.com bietet nur elementare Funktionen zur Suchmaschinenoptimierung (z.B. eine Sitemap.xml die nicht beeinflusst werden kann), die Meta-Descriptions selbst festzulegen ist jedoch beispielsweise nicht möglich. Ein Vorteil der WordPress.com-Plattform ist jedoch die interne Verlinkung über die WordPress.com-Suche und systemweite Tag-Seiten, über die gerade auch neue und wenig besuchte Blogs zusätzliche Benutzer bekommen.

Im Gegensatz dazu hat man auf dem eigenen Webspace oder Server die Wahl zwischen einer großen Zahl an Plug-Ins, die jeder so zusammen stellen kann, wie es ihm sinnvoll erscheint. Allerdings wird man sich dann was die Besucher angeht zu einem großen Teil auf Google und Co. verlassen müssen.

Kommentare

Auffällig im WordPress.com-Blog war, dass bereits bei relativ wenigen Benutzern vergleichsweise viele Kommentare zustande kamen. Dazu haben vor allem die Betreiber anderer Blogs auf der selben Plattform beigetragen. Benutzer die über normale Suchmaschinen kommen, kommentieren im Vergleich dazu wohl eher ungern.

Sicherheit

Gelegentlich tauchen auch in WordPress oder dessen Plug-Ins Sicherheitslücken auf. Auf WordPress.com merkt man von den nötigen Updates wenig, während man auf seinem eigenen WordPress-System regelmäßig überprüfen muss, ob Updates zur Verfügung stehen, um keine Einfallstore für Hacker offen zu halten (gefundene Updates lassen sich in der Regel weitgehend automatisiert einspielen). Auch um regelmäßige Backups von Dateien und Datenbank muss man sich selbst kümmern (sofern der Hoster das nicht übernimmt). Damit bedeutet ein self-hosted WordPress gerade für Gelegenheitsblogger deutlich mehr Arbeit und erfordert die Disziplin regelmäßig die Verfügbarkeit von Updates zu überprüfen.

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