Bundeswettbewerb Mathematik – Der Ablauf

Edit: Dieser Beitrag bezog sich ursprünglich auf den Bundeswettbewerb Mathematik 2011, die meisten Informationen gelten aber entsprechend auch für den Bundeswettbewerb Mathematik 2012.

Aktueller Stand: Die Lösungen der 1. Runde wurden veröffentlicht.

Auch wenn der Bundeswettbewerb Mathematik 2010 noch nicht abgeschlossen ist, so gibt es doch schon wieder Interesse am Bundeswettbewerb Mathematik 2011 (BWM 2011). Daher will ich hier mal die Informationen sammeln die es bereits gibt. Darüber hinaus will ich alle weiteren Artikel, die ich über den Bundeswettbewerb Mathematik 2011 in Zukunft schreiben werde, hier verlinken.

Ablauf

Über den Ablauf der Bundeswettbewerbs des Jahres 2011 ist im Moment auf der offiziellen Website noch nichts Aktuelles zu finden inzwischen eine erste Ankündigung auf der offiziellen Website zu finden (auch wenn der Seitentitel im HTML-Header noch, wie der auf der Seite zum letzten Bundeswettbewerb, „BWM – Wettbewerbsablauf 2010“ lautet Nachtrag: Ist mittlerweile korrigiert). Allgemeine und zeitlose Informationen gibt es natürlich auch auf der Website des BWM. Es sieht so aus, als ob es im Wesentlichen beim Konzept der letzten Jahre bleiben wird (das heißt, das Folgende ist im Moment zum Teil reine Spekulation):

  • Anfang Dezember (Nachtrag: dieses Jahr offenbar erst nach dem 1. Dezember) werden die Aufgaben der 1. Runde veröffentlicht. Dazu werden sie zum Einen ins Internet gestellt und zum Anderen an Schulen verteilt (manche Mathelehrer verteilen die Aufgaben gezielt an Schüler, denen sie eine erfolgreiche Teilnahme zutrauen, andere weisen auch nur die Klasse darauf hin, dass sie die Aufgaben haben).
  • Die Aufgaben des Bundeswettbewerbs Mathematik können dann bis Ende Februar bearbeitet werden (Infos zu den Aufgaben und den Regeln zur Bearbeitung gibt es unten). Dann müssen die Lösungen eingesandt werden und werden korrigiert.
  • Im Juni bekommen die Teilnehmer eine Rückmeldung über ihr Ergebnis. Diejenigen, die sich für die zweite Runde qualifiziert haben, erhalten dann neben den Musterlösungen der 1. Runde auch die Aufgaben der 2. Runde (diese Aufgaben werden zunächst nur denjenigen zur Verfügung gestellt, die sich für die zweite Runde qualifiziert haben und erst nach Einsendeschluss veröffentlicht). Ungefähr im gleichen Zeitraum werden die Lösungen der ersten Runde auch für alle zugänglich auf der Website des Bundeswettbewerbs Mathematik veröffentlicht.
  • Zur Bearbeitung der 2. Runde haben die Teilnehmer bis Ende August Zeit. Dann werden auch die Lösungen der 2. Runde eingesandt und korrigiert.
  • Im Oktober oder November werden die Teilnehmer dann über die Ergebnisse der 2. Runde benachrichtigt und gegebenenfalls zur 3. Runde eingeladen (was aber nur eine überschaubare Minderheit betrifft 😛 ).

Aufgabentypen

In den ersten beiden Runden des Bundeswettbewerbs Mathematik gibt es grundsätzlich nur Aufgaben, die mit dem Mathematikwissen aus der gymnasialen Oberstufe (Kollegstufe für alle Bayern) einigermaßen lösbar sein sollten. Allerdings gibt es natürlich gewisse Unterschiede zwischen den Bundesländern, sodass es sich oft lohnt, gezielt nach Sätzen aus dem entsprechenden Mathematikbereich zu recherchieren, wenn man nicht weiterkommt. In der Regel kann man die entsprechenden Aussagen aber mit etwas Aufwand auch selbst beweisen. Beispiele für solche hilfreichen Sätze finden sich meist auch in der Wikipedia (zum Beispiel unter „Kreiswinkel“ oder „Lemma von Bézout“, ich habe beide erst nach Abschluss vergangener Landes- bzw. Bundeswettbewerbe gefunden. Ob und wenn ja in welchen Lehrplänen sie vorkommen, weiß ich allerdings auch nicht.).

Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Runde des Wettbewerbs gibt es auf dem jeweiligen Aufgabenblatt Aufgaben aus verschiedenen Bereichen der (Schul-)Mathematik. So ist zum Beispiel in der Regel eine Geometrieaufgabe dabei. Neben Aufgaben, bei denen eine vorgegebene Aussage bewiesen werden muss, muss bei der Mehrzahl der Aufgaben eine Lösung gefunden und deren Richtigkeit gezeigt werden.

Regeln zur Bearbeitung

In der ersten Runde kann noch in Kleingruppen gearbeitet und abgegeben werden, während in der zweiten nur noch Einzelarbeiten zugelassen sind. Natürlich müssen die Aufgaben selbst (das heißt natürlich inbesondere auch nicht durch Foren oder Blogs im Internet) gelöst werden. Zur Teilnahme sollte man Schüler an einer deutschen Schule sein. Die genauen Regelungen finden sich sicherlich wieder auf dem offiziellen Aufgabenblatt (das immer anders aussieht als die archivierten Versionen der Aufgaben).

Kann ich mich auf den Bundeswettbewerb Mathematik 2011 vorbereiten?

Ich würde sagen, man kann sich nicht gezielt auf diesen speziellen Wettbewerb vorbereiten. Aber Übung bei der Lösung ähnlicher Aufgaben schadet sicherlich nichts. Dafür kann ein Blick ins Archiv des Wettbewerbs genauso wie die Teilnahme an anderen Wettbewerben (wie es sie zum Beispiel an manchen Unis gibt) hilfreich sein. Wenn er nicht gleichzeitig stattfinden würde, könnte ich potenziellen Teilnehmern auch noch den Mathe-Adventskalender ans Herz legen 😉 (alte Aufgaben und Lösungen lassen sich aber auch hier einsehen).

Bundeswettbewerb Informatik 2010/2011 gestartet

Heute startet die 1. Runde des 29. Bundeswettbewerbs Informatik (BWINF). Um einen kleinen Überblick über die Teilnahme und die Gewinnmöglichkeiten zu geben habe ich hier die wesentlichen Infos zusammen getragen:

Ablauf und Preise

Der Bundeswettbewerb Informatik läuft jedes Jahr über drei Runden, in denen man sich jeweils für die nächste Runde qualifizieren kann. Die ersten beiden Runden werden zu Hause gelöst. Hier gibt es schon Buchpreise und diverse Sonderpreise zu gewinnen.

Alle, die sich für die dritte Runde qualifiziert haben, werden dann eingeladen. In dieser Runde werden dann die Bundessieger ermittelt, denen unter anderem die Aufnahme ins Stipendienprogramm der Studienstiftung des deutschen Volkes und Geldpreise winken.

Teilnahme am Bundeswettbewerb Informatik

Bis Mitte November kann jeder die Aufgaben bearbeiten und seine Lösungen nach der Online-Anmeldung einschicken (weitere Infos gibt auf der verlinkten Anmeldeseite). Wer in der ersten Runde Erfolg hat, wird normalerweise über die weiteren Möglichkeit informiert.

Die Aufgaben der 1. Runde des 29. BWINF

Die Aufgaben und Zusatzmaterialien finden sich wie immer auf der entsprechenden Seite des Bundeswettbewerbs. Dort gibt es auch die Aufgaben als .pdf-Datei (Im Gegensatz zur recht drögen Darstellung des Bundeswettbewerbs Mathematik ist die Aufmachung des BWINF so verspielt und bunt, dass weder die Bildschirmdarstellung noch ein Schwarzweißausdruck wirklich praktisch sind. Es soll aber noch eine übersichtlichere Fassung folgen.). Zu jeder der Aufgaben wird neben dem Programm selbst (Quellcode und lauffähige Variante) auch eine Dokumentation von Idee und Programmaufbau verlangt.

Die Aufgabe 1 (die Aufgabenbeschreibung beginnt schon ganz oben in der mittleren Spalte auf Seite 4, auch wenn die Überschrift (mutwillig!) mittendrin steht 😉 ) ist dieses Jahr eine Kreativaufgabe, die in einer exotischen Spezialsprache für künstlerische Grafiken zu bearbeiten ist. Nachdem man sich hier ein bisschen eingearbeitet hat, sollte diese Aufgabe problemlos zu lösen sein.

Bei der Aufgabe 2 geht es darum, eine Simulation entsprechend der vorgegebenen Regeln zu entwickeln. Neben der Logik mit Kollisionserkennung dürfte vor allem die Steuerung der Parameter und die saubere Darstellung je nach Programmiersprache mit etwas Aufwand verbunden sein. Hier ist sicherlich Erfahrung in der Programmierung von grafischen Benutzeroberflächen hilfreich.

Aufgabe 3 erfordert im Wesentlichen das Einlesen von Daten, die dann entsprechend ausgewertet werden müssen. Beispieldaten gibt es laut BWINF ab Mitte September, der Link zu den Daten in der .pdf-Datei enthält bisher auch nur die erste Zeile der umgebrochen dargestellten URL.

Für die Aufgabe 4 dürfte ein bisschen Mathematik zur Lösungsfindung nötig sein, die man dann in einen perfekten Spieler eines einfachen Kartenspiels umsetzten muss. Nachdem das Spiel aber nur vom Würfel und einem einzigen Spieler abhängt (wenn ich es richtig verstanden habe), sollte auch diese Aufgabe machbar sein.

Die letzte Aufgabe (Aufgabe 5) ist wie die dritte Aufgabe eine Logistikaufgabe, die allerdings vermutlich etwas mehr Vorüberlegungen (und ein paar Skizzen oder ein gutes Vorstellungsvermögen) erfordert.

Insgesamt sind die Aufgaben damit wieder recht abwechlungsreich. Wer tatsächlich am 29. BWINF teilnehmen möchte sollte bald anfangen, damit er auch wirklich Zeit hat, bis Mitte November nicht nur saubere Programme sondern auch eine entsprechende Dokumentation zu schreiben.

Und damit es nicht wieder so geht, wie beim BWM: Von mir gibt es keine weiteren Hinweise, unter anderem aus den gleichen Gründen wie dort.

Viel Erfolg an alle (ehrlichen) Teilnehmer des 29. Bundeswettbewerbs Informatik!