Sicherheitshinweise für den Umgang mit schwarzen Löchern

Die Angst davor, in einem schwarzen Loch zu enden, beschäftigt zur Zeit wegen der Inbetriebnahme des LHCs wieder viele. Praktische Hinweise für den Umgang mit gefährlichen schwarzen Löchern sind jedoch immer noch Mangelware.
Ich habe für den Fall der Fälle daher Verhaltensrichtlinien für Begegnungen mit einem schwarzen Loch entwickelt. Sie richten sich nach neuesten Erkenntnissen des Kap’s Logs und werden regelmäßig mindestens bei jedem Weltuntergang aktualisiert. Trotzdem kann ich natürlich keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernehmen.
  1. Keine Ruhe bewahren! Schwarze Löcher sind extrem spontan: Sie können in kürzester Zeit alles in ihrer Umgebung verschlingen oder in Sekundenbruchteilen selbst verschwinden. Handeln Sie daher so schnell wie irgendwie möglich, sonst ist es zu spät. Spielen Sie regelmäßig das Verhalten beim Auftauchen von schwarzen Löchern durch, damit Sie im Ernstfall schnellstmöglich reagieren können.
  2. Verifizieren Sie, dass es sich tatsächlich um ein schwarzes Loch handelt: Auch wenn man das schwarze Loch selbst nicht sieht, sind um das eigentliche schwarze Loch herum deutliche und charakteristische optische Verzerrungen zu sehen. Falls nicht, handelt es sich wahrscheinlich um einen Fehler in Ihren Augen, auf Ihrem Bildschirm oder einfach nur um eine plumpe Fälschung. Falls sich herausstellt, dass Sie es nicht mit einem echten schwarzen Loch zu tun haben, sondern sich jemand einen Scherz mit Ihnen erlaubt hat, erübrigen sich normalerweise alle weiteren Schritte.
  3. Abstand halten, nicht streicheln oder füttern: Alles was in die Nähe des schwarzen Loches kommt wird von ihm angezogen und einverleibt. Damit wird das schwarze Loch noch größer und mächtiger. Daher ist es wichtig, sich selbst und alle größeren beweglichen Gegenstände vom schwarzen Loch fernzuhalten. Falls Sie es nicht mehr schaffen, rechtzeitig zu fliehen, sollten sie sich möglichst klein machen, dann dauert es etwas länger, bis Sie zerrissen werden (vgl. Spaghettisierung) und sie können dieses einmalige und aufregende Erlebnis länger (auf die Zeitachse bezogen) genießen.
  4. Polizei, CERN und mich alarmieren. Die Polizei sollte so schnell wie möglich das Gebiet weiträumig absichern, auf eine Festnahme des schwarzen Loches sollte aus Sicherheitsgründen verzichtet werden. Das CERN hat ein ungeheures wissenschaftliches Interesse an schwarzen Löchern. Außerdem bitte  darum, mich bei Sichtung eines schwarzen Loches unverzüglich zu informieren, damit ich und alle Leser dieses Blogs von Ihren Erfahrungen profitieren können und wir alle in Zukunft noch sicherer Leben können (wenn überhaupt).
  5. Beweise sichern. Wo kam das schwarze Loch her (eventuelle Löcher in der Wand)? Wie hat es sich bewegt? Was hat es beschädigt (für die Versicherung)? Man sollte jedes Detail genauestens protokollieren und wenn möglich auch mit Foto oder Videokamera festhalten. Auch scheinbar Unwichtiges kann später in der Untersuchung sehr bedeutsam sein.
  6. Vermarktungsrechte sichern. Stellen Sie sicher, dass sich niemand an ihren Aufnahmen und Protokollen vergreift und sorgen Sie dafür, dass jeder Fotograf eine Erklärung unterschreibt, in der er alle Verwertungsrechte an den Bildern an Sie abtritt (gegebenenfalls vorher von einem Anwalt ein entsprechendes Formular ausarbeiten lassen und dabei mindestens 10% Provision für mich vorsehen). Dabei sollte unbedingt bedacht werden, dass gerade urheberrechtliche Fragen in Urlaubsländern zum Teil anders gehandhabt werden. Dies ist gerade auch deshalb von Bedeutung, da die Sichtungswahrscheinlichkeit von schwarzen Löchern in unbekanntem oder ethanolhaltigem Terrain drastisch ansteigt.
Ich bitte um Beachtung im Interesse der Allgemeinheit! 😉
kapslog.de

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